Aus dem Leben eines Unternehmensberaters

Was ist die Wertschöpfung der Finanzindustrie?

Veröffentlicht in Wirtschaft und Politik von casparhauser am Oktober 14, 2008

Eine der grundlegenden Fragen der nächsten Monate und Jahre wird sein, wie das Finanzsystem zukünftig reguliert werden soll. Es dürfte unabwendbar sein, dass es wieder striktere Regulierung geben wird. Gleichwohl gibt es Leute die jetzt schon vor zu strikter Regulierung warnen.

Das Argument gegen allzu strikte Regulierung ist, dass die Finanzinnovationen der letzten Jahre neben den derzeitigen Verwerfungen eben auch viele Vorteile für unsere Volkswirtschaften gebracht hätten. Diese Vorteile gelte es nun trotz des höheren Grades an Regulierung zu bewahren.

Aber was sind diese Vorteile? Wo liegt die Wertschöpfung der Finanzindustrie und der von ihr kreierten Finanzinnovationen? Und wie kann man zukünftige Finanzkrisen verhindern, ohne diese Vorteile aufzugeben? Diese Fragen wird man nun diskutieren müssen; und es wird keine einfachen Antworten geben.

Nichtsdestoweniger möchte ich an dieser Stelle versuchen, die Frage nach der Wertschöpfung der Finanzindustrie zu beantworten. Mit Wertschöpfung meine ich hier nicht die Wertschöpfung für ein Unternehmen, z.B. eine Bank oder einen Hedgefonds; ich meine nicht die Gewinne der Finanzindustrie. Vielmehr geht es um die Wertschöpfung für die Volkswirtschaften insgesamt. Sprich: welchen Benefit hat die Gesellschaft, haben wir alle?

Wenn Anshu Jain innerhalb von fünf Jahren ca. 16 Mrd. EUR für die Deutsche Bank verdient, so mag dies toll für ihn und die Aktionäre der Deutschen Bank sein; volkswirtschaftlich betrachtet könnte dies aber auch einfach ein Nullsummenspiel sein, was Teile der Wertschöpfung zahlreicher Unternehmen und Individuen abschöpft und den Aktionären der Deutschen Bank zugute kommen lässt.

Die Hypothese dieses Artikels wird sein, dass die Wertschöpfung der Finanzindustrie in den letzten Jahrzehnten fundamental überschätzt wurde und weiterreichende Regulierung keine signifikanten Nachteile mit sich bringen wird. Die Kritiker von Regulierung der Finanzmärkte, die sich jetzt schon wieder in Stellung bringen, begehen dabei zahlreiche Denkfehler, die ich versuchen werde aufzuzeigen. Aber der Reihe nach.

Die Logik der Finanzindustrie ist, dass sie Kaptial so allokiert, dass es am produktivsten eingesetzt werden kann. Dadurch entsteht eine vermeintliche Win-Win-Situation. Der Kapitalgeber (Investor) erhält höhere Renditen, da sein Kapital optimal eingesetzt wird. Menschen mit Ideen erhalten die Möglichkeit, sich notwendiges Kapital an der Börse oder in Form von Krediten zu beschaffen, um ihre Ideen umsetzen zu können. In der Mitte stehen die Finanzdienstleister, die sich vom Kuchen ein Stück abschneiden können. So zumindest die Theorie.

Im Rahmen dieser Theorie ermöglichen funktionierende Finanzmärkte den Volkswirtschaften Produktivitätszuwächse, die letztendlich allen in Form von Wohlstand und Arbeitsplätzen zu gute kommen. Das Kapital einer Volkswirtschaft würde durch die Logik der Finanzmärkte immer dort eingesetzt, wo es am produktivsten ist. Aufgrund dieser Logik wurden die Finanzmärkte zunehmend als Heilsbringer betrachtet. So zitiert der Economist in seiner aktuellen Ausgabe eine Studie von Brown Professor Ross Levine, in der es heißt

[...]numerous cross-country studies show that countries with deeper financial systems tend to grow faster, paticularly if they have liquid stockmarkets and large, privately owned banks. (The Economist, October 11 2008, A special report on the world economy, p. 12)

Die Wertschöpfung der Banken und quasi-Banken (z.B. Hedgefonds) liegt demnach ganz klar in den Effizienzgewinnen aufgrund des produktiveren Einsatzes von Kapital. Aber wie hoch ist dieser Effizienzgewinn? Die Antwort auf diese Frage ist leider mitunter etwas esoterisch, denn leider kann man kein Experiment durchführen, in welchem man die letzten 30 Jahre erneut durchgespielt werden könnten, allerdings ohne die zahlreichen Finanzinnovationen, die in dieser Zeit entwickelt wurden. Ich Maße mir jedoch folgende These an: die Wertschöpfung der Finanzindustrie in den USA kann im Jahr 2007 umöglich 40% aller Unternehmensgewinne betragen haben.

Wäre dies die reale Wertschöpfung der Finanzindustrie, würde dies im Umkehrschluss bedeuten, dass die „Realwirtschaft“ bei Beschäftigung von ca. 95% aller Arbeitnehmer und Generierung von ca. 84% aller Umsätze gerade mal mikrige 60% zur Wertschöpfung beitrüge. Kapital würde demnach am effizientesten in der Finanzindustrie selbst angelegt sein – was ja auch zu einem großen Teil genauso stattgefunden hat. Die Finanzindustrie hat sich selbst mit Kapital versorgt, und das nicht zu knapp.

Wachstum und Wohlstand für alle

Der oben angesprochene Economist-Artikel identifiziert drei Kriterien, anhand derer man die Wertschöpfung der Finanzmärkte messen solle: Wachstum, Wohlstand und Stabilität.

Fokussieren wir uns zunächst einmal auf die Themen Wachstum und Wohlstand, so bleibt zunächst festzustellen, dass Ross Levine auf die letzten Jahre bezogen unumwunden recht hat: die Länder mit dem am weitest entwickelten (und deregulierten) Finanzmärkten hatten in den letzten Jahrzehnten mitunter das größte Wachstum.

Die Volkswirtschaften der USA und Großbritanniens sind beispielsweise wesentlich schneller gewachsen, als die Volkswirtschaften des „alten Europa“, nämlich im Durchschnitt um 2,1% und 2,5% per annum in den letzten zehn Jahren. Zum Vergleich: in Deutschland feierte man den „Aufschwung“ im Jahr 2006 bei 2,5% Wachstum wie ein neues Wirtschaftswunder. Zuvor krebste man jahrelang bei 1% Wachstum oder weniger herum.

Auch dem Kriterium der Wohlstandsvermehrung kann die Finanzindustrie auf den ersten Blick vermeintlich standhalten. Mehr Menschen als je zuvor wurde es ermöglicht, Wohneigentum zu erwerben. Haushalte hatten zugang zu günstigen Krediten und konnten konsumieren auf Teufel komm raus. Die zunehmende Verschuldung der Haushalte war dabei solange unproblematisch, wie die Asset-Preise (z.B. die Häuserpreise) kontinuierlich anstiegen und dadurch einen vermeintlichen Gegenwert für die Verschuldung darstellten.

Nun war das schnelle Wachstum allerdings jahrelang trügerisch. Im Wesentlichen wurde es genährt durch die Kapitalzuflüsse aus dem Ausland; allen voran aus China, Japen und den Ölstaaten auf der arabischen Halbinsel. Sowohl die USA, als auch Großbritannien hatten immer geringere Sparraten und häuften immer größere Handelsbilanzdefizite an. Volkswirtschaftlich betrachtet ist ein Handelsbilanzdefizit nichts weiter, als eine zunehmende Verschuldung im Ausland*.

Das Wachstum und der Wohlstand wurde demnach allem voran durch Kapitalzuflüsse genährt. All dies ist soweit hinreichend bekannt; seit Jahren waren die volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten weit von einem nachhaltigen Gleichgewicht entfernt. Die Sparrate der US-Haushalte war mitunter jahrelang negativ, d.h. es war intern gar kein Kapital vorhanden, was die Finanzwirtschaft den produktivsten Unternehmen hätte bereitstellen können. All dies Kapital kam aus dem Ausland.

Das beste Beispiel für die Unmöglichkeit der langfristigen Aufrechterhaltung eines solchen Zustandes ist Island. Als besonders kleine Volkswirtschaft ist Island natürlich umso anfälliger, was den Kollaps eines solchen Systems betrifft. Den USA und Großbritannien geht es aber im Wesentlichen nicht großartig anders – bloß, dass sie neben der Finanzindustrie noch etwas mehr zu bieten haben, als Fischfang und Schafzucht.

Auch die Wohlstandseffekte werden selbstverständlich mit jeder Hauspfändung relativiert. Es darf zurecht gefragt werden, was der langfristige Nutzen sein soll, wenn sich Haushalte mit dem Vielfachen ihres Jahreseinkommens verschulden können, um zu konsumieren. Es war klar, dass dies über kurz oder lang nicht weiter gehen konnte.

Bleibt die Frage, was uns dies in Bezug auf die Wertschöpfung der Finanzindustrie sagt. In aller Kürze eigentlich nur eins: die Wertschöpfung bestand darin, möglichst lange Kapital aus dem Ausland anzuziehen, um kurzfristigen Konsum und damit „Wachstum“ zu ermöglichen. In solch einem Szenario verwundert es kaum, dass die entsprechenden Volkswirtschaften so schnell „gewachsen“ sind. Sie haben den Exportländern sowohl ihre Produkte, als auch ihr Kapital über die Jahre dankend abgenommen. Jetzt sitzen China und Japan zwar auf einem riesigen Haufen von Dollar; müssen nun aber bangen, dass diese Haufen womöglich bald nicht mehr allzu viel wert sein werden.

Risiko und Stabilität

Das andere Hauptargument für die Finanzinnovationen ist, dass sie das Risiko der Anleger minimieren könnten und dadurch langfristig für Stabilität sorgen würden. Es wäre nun zu einfach zu sagen „schau her, die jetzige Finanzkrise ist der eindeutige empirische Beweis, dass diese Versprechen absoluter Käse waren.“

Natürlich zeigt die Finanzkrise, dass die Innovationen gerade nicht zu mehr Stabilität geführt haben. In der Theorie hätten die zahlreichen Produkte (z.B. Credit Default Swaps – also Versicherungen, die den Ausfall von Krediten absichern sollen) zu einer Verteilung des Risikos führen sollen. Gemäß dem Economist

Innovations that spread risk more widely would reduce the cost of capital, allow more people access to credit and make the system more resilient to shocks. (ibid, p.10)

Der Denkfehler, der in diesem Zusammenhang oft begangen wird, ist, dass verteiltes Risiko eben nicht gleich geringeres Risiko bedeutet.

Verteiltes Risiko, beispielweise durch Bündelung von Krediten, die dann auf die Schultern vieler Investoren gestreut werden, oder durch die Absicherung mit Credit Default Swaps, setzt natürlich einen Anreiz, den Märkten Kapital bereit zu stellen. Das Risiko eines großen Verlustes reduziert sich, aber eben nur für den einzelnen. In der Gesamtbetrachtung bleibt das Risiko eines Kreditausfalls immer gleich.

Wenn ich einen Kredit aufnehme, so mag das Risiko eines Ausfalls x% betreffen (ich könnte Arbeitsunfähig werden, oder plötzlich sterben, oder ich verliere meinen Job und kann meinen Kredit nicht zurückzahlen). Bündelt man diesen Kredit nun und verteilt ihn an z Investoren, so mag ein Ausfall meines Kredites den einzelnen Investor nicht allzu hart treffen; die Verteilung auf die Investoren hat aber keinerlei Auswirkung auf die Wahrscheinlichkeit, dass der Kredit überhaupt ausfällt.

Gerade das wurde aber immer wieder suggeriert. Die Finanzbranche glaubte, die Risiken von Kreditausfällen wegzaubern zu können. Wie weit verbreitet dieser Denkfehler ist, beweist unter anderem dieser Gastkommentar des Harvard-Ökonomen Dani Rodrik in der FTD. Dort sagt er:

Dann ermöglichen wir, dass diese Kredite gebündelt und zu Wertpapieren verschnürt werden, die an Kapitalanleger verkauft werden können. Auf diese Weise verringern wir das Risiko.

Nein, nein, und nochmals nein. Das Bündeln und Verteilen von Krediten affektiert das Risiko eines Ausfalls genau um null komma null nix.

Zumal es womöglich gegenläufige Tendenzen gibt, nämlich falsche Anreizsetzung. Dadurch, dass die Kredite in ihren Bündeln und Bündelungen von Bündeln immer intransparenter wurden, waren Kreditgeber und Kreditnehmer immer weiter voneinander entfernt. Es blieben die Ratingagenturen als Intermediäre – und gerade hier hat das System kläglich versagt.

Ein Sparkassenbanker kennt seine Kunden und kann mitunter aufgrund seiner persönlichen Erfahrung einigermaßen gut abschätzen, wer vertrauenswürdig ist und wer nicht. Ein Papier auf dem AAA steht gibt einem letztendlich nur den Anschein von Vertrauenswürdigkeit.

Es überrascht deshalb nicht wirklich, dass das ganze Konstrukt letztendlich eher zu Instabilität als zu Stabilität geführt hat. Die Suggestion, dass Risiko von Kreditausfällen sei minimiert worden führte dazu, dass immer riskantere Kredite vergeben wurden. Das Risiko war zwar verteilt – aber genau deswegen sind ja auch auf der ganzen Welt die Finanzinstitute im Strudel.

Die Zukunft

Bleibt die Frage, wie man in der Frage der Regulierung in Zunkunft vorgehen sollte. Ich würde mutmaßen, dass die reale Wertschöpfung der Finanzindustrie nie mehr als 5-10% der Unternehmensgewinne einer Volkswirtschaft ausmachen kann. Wenn immer die Gewinne der Finanzinstitute über diesen Wert steigen, ist dies ein Indikator, dass die Gewinne unverhältnismäßig sind. In diesen Fällen müssten die Regularien verschärft werden.

5 Antworten

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  1. Juergen sagte, am Oktober 14, 2008 zu 12:12

    Ich frage mich, ob es überhaupt sinnvoll ist, mit den Summen die jetzt im Spiel sind die alten Strukturen auf Teufel heraus erhalten zu wollen.

    Die Instabilität des Finanzsystems könnte nicht nur an zu wenig Regulierung liegen sondern auch an der Struktur des Finanzmarktes. Gibt es eigentlich Graphentheoretische Betrachtungen des Finanzsystems? Ich muss dazu leider etwas weiter ausholen:

    Ich beschäftige mich in meiner Doktorarbeit mit der Regulation der Genaktivität in einem Meeresbakterium. Um genregulatorische Netzwerke zu verstehen (mein Bakterium hat über 4000 Gene, davon sind rund 10% für die Regulierung zuständig) bedienen sich Biologen der Graphentheorie. Die Gene sind hierbei die Knoten in einem Netzwerk und miteinander über Kanten verbunden, welche den Informationsfluss der Gene repräsentieren (also ob die Aktivität von Gen A das Gen B ein oder ausschaltet)

    Betrachtet man das vollständige Netzwerk, dann fällt einem auf:

    1. Die meisten Knoten sind nur mit einem, zwei aber kaum mehr anderen Knoten verbunden
    2. Es gibt einige wenige Knoten, welche mit sehr vielen (10 und mehr) anderen Knoten verbunden sind (Hubs).
    3. Die Hubs sind untereinander meist nicht direkt verbunden.

    Es gibt etliche Wissenschaftler die sich mit der Frage beschäftigen wie sich diese Netzwerkstrukur auf die Stabilität eines Organismus auswirkt. Und tatsächlich sind Organismen sehr robust, was Störungen in Biologischen Netzwerken angeht und diese Robustheit lässt sich direkt auf die Netzwerkarchitektur zurückführen.

    Die Schwachstellen sind die Hubs (Master-Regulatoren der Genaktivität), da diese den größten Einfluss auf den Organismus haben, sie Steuern Zellteilung (Vermehrung), sie reagieren auf Änderungen in den Umweltbedingugnen (z.B. ob Sauerstoff vorhanden ist) usw. Ist ein Hub beschädigt (durch eine Mutation) hat dies meist schwerwiegende Konsequenzen für den Organismus führt in den wenigsten Fällen jedoch zum Tod des Organismus. Da die Hubs untereinander nicht miteinander verknüpft sind führ der Ausfall eines Hubs nicht zum Ausfall der anderen relevanten Knotenpunkte.

    Wenn man das Finanzsystem betrachtet würde es dann ähnlich aussehen? Die einzelnen Haushalte und Firmen sind die Knoten, mit einer begrenzten Zahl an (finanziellen) Verknüpfungen untereinander, Börsen und große Banken stellen dann die Hubs dar, mit einem hohen grad an Vernetzung.

  2. Juergen sagte, am Oktober 14, 2008 zu 12:33

    Die größten Geldströme fliesen über einige wenige Finanzplätze (New York, London, Frankfurt). Für das Funktionieren der Wirtschaft ist es also notwendig, dass an diesen Knotenpunkten die richtigen Entscheidungen getrofen werden, wohin das Geld weiter fliest. Noch dazu sind die größten Hubs untereinander am stärksten vernetzt, so dass Fehlentscheidungen eines Hubs auch zu Fehlentscheidungen der anderen Hubs und sogar zum Zusammenbruch des ganzen Systems führen können.

    Für die Instabilität der Finanzmärkte – so meine Hypothese – ist auch die Architektur des Finanzsystems verantwortlich:
    1. Wenige extrem stark vernetzte Hubs, die noch dazu am stärksten untereinander verknüpft sind.
    2. Die Entscheider sind so mehr oder weniger den gleichen Bildungsweg gegangen, es gibt also eine relativ geringe Wissensbasis auf deren Grundlage Entscheidungen getroffen werden (hört sich jetzt wohl blasphemisch an).
    3. Der Mensch gehorcht seinem Herdentrieb. Wenn sich ein neuer Trend entwickelt rennen alle hinterher. D.h. Fehlentscheidungen breiten sich in dem System aus.

    Die Frage ist, ob eine andere Architektur nicht sinnvoller wäre. Die Sparkassen funktionieren ja anders: Wir haben einen lokal begrenzten Hub über den lokal begrenzt die Geldströme fliesen. Mit anderen Hubs ist eine Sparkasse nur indirekt verbunden über die Einlagensicherung. Durch das lokal begrenzte Handeln und damit verbundene spezifische Investitionsstrategie wird der Herdentrieb weitestgehend vermieden. Der Markt ist insgesamt überschaubarer, wie Du oben ja geschrieben hast. Der Sparkassen-Vorstand weiss bestimmt nicht wo auf der Welt (in Russland, Asien, Südamerika USA) vermeintlich die höchste Rendite winkt, aber er kennt sehr genau die Bedürfnisse seiner Kunden und die Unternehmer denen er Kredite gibt. Er hat also eine breitere Wissensbasis als sie ein Broker in NY je haben kann, allerdings nur lokal begrenzt.

    das war jetzt einfach mal ein Versuch mein Wissen aus der Biologie auf die Finanzmärkte zu übertragen.

  3. egal sagte, am November 14, 2008 zu 12:41

    Die Finanzindustrie hat uns Wein versprochen und lässt uns jetzt Wasser saufen. Da war keinerlei Wertschöpfung, außer für die Herren Banker selbst. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich kotzen möchte.

  4. [...] Was ist die Wertschöpfung der Finanzindustrie Eine der grundlegenden Fragen der nächsten Monate und Jahre wird sein, wie das Finanzsystem zukünftig reguliert werden soll. Es dürfte unabwendbar sein, dass es wieder striktere Regulierung geben wird. Gleichwohl gibt es Leute die jetzt schon vor zu strikter Regulierung warnen. Das Argument gegen allzu strikte Regulierung ist, dass die Finanzinnovationen der letzten Jahre neben den derzeitigen Verwerfungen eben auch viele Vorteile für unsere Volkswirtschaften gebracht hätten. Diese Vorteile gelte es nun trotz des höheren Grades an Regulierung zu bewahren. Aber was sind diese Vorteile? Wo liegt die Wertschöpfung der Finanzindustrie und der von ihr kreierten Finanzinnovationen? Quelle: McBerater [...]

  5. Martin sagte, am August 16, 2009 zu 10:21

    Die Aussage, dass durch einen Mix von Ausfallrisiken, die zusammengepackt werden, das Risiko des Ausfalls des Mix geringer ist als des einzelnen Risikos, ist m.E. grundsätzlich mathematisch schon richtig. Voraussetzung ist aber, dass die einzelnen Risiken, die zusammengepackt werden, voneinander wirklich unabhängige Ereignisse mit voneinander unabhängiger Eintrittswahrscheinlichkeit beschreiben. Vermutlich liegt das Problem in der nicht wirklich vorhandenen Unabhängigkeit der einzelnen Risiken bzw. ihrer ähnlichen Struktur. Denn in einer Volkswirtschaft bzw. deren heutiger globaler Variante sind viele Dinge miteinander auf äußerst komplexe Art miteinander vernetzt und damit nicht unabhängig von einander. Oder aber viel schlichter: Wenn ich von vorneherein Kredite bündele, von denen ich weiss, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit 1 beträgt, weil ich nur an der Provision verdienen will und die Risiken betrügerisch an Dritte weiterreiche, ist die Gesamtausfallwahrscheinlichkeit 1 x 1…. x 1 = 1, das ändert sich natürlich überhaupt nicht durch eine Bündelung solcher Art Risiken.


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