Aus dem Leben eines Unternehmensberaters

Es wird heiß

Veröffentlicht in Unternehmen von casparhauser am Oktober 23, 2008

Der Baum brennt lichterloh. In den letzten Tagen gab es eine Sondersitzung nach der anderen. Das Geschäft unseres Klienten ist vollkommen weggebrochen. Die Ergebnisprognose für 2008 muss deutlich nach unten angepasst werden.

Als Konsequenz hat sich unser beschauliches Strategie- und Organisationsprojekt nun vollends in ein Kostensenkungsprojekt verwandelt. Es werden Köpfe rollen – und das nicht zu knapp.

Auf den mittleren Führungsebenen hört man zwar noch Sätze wie „die Finanzkrise birgt auch Chancen,“ aber letztendlich weiß man dort einfach noch nicht, wie heftig die Entwicklungen auf das Geschäft einwirken. Der Vorstand hat bereits erste Standortschließungen verabschiedet; wenngleich diese noch nicht kommuniziert wurden.

Bis Jahresende müssen wir nun Vorschläge machen, welche Maßnahmen in Angriff genommen werden sollen. Die Frage dreht sich im Wesentlichen nur darum, ob letztendlich 20%, 30% oder gar 40% der Belegschaft abgebaut werden sollen.

Das ganze wird dann kurz vor der Weihnachtsfeier verkündet werden. Eine gute Kommunikationsstrategie sieht mit Sicherheit anders aus. Für die Mitarbeiter wird das garantiert kein fröhliches Weihnachtsfest.

Allerdings ist klar: bei dieser Geschäftsentwicklung müssen die Fixkosten runter. Für das Unternehmen gibt es keine Alternative.

Ich kann mich eigentlich nur wiederholen: wer glaubt, die Finanzkrise sei noch nicht in der Realwirtschaft angekommen, der irrt gewaltig. Und das gilt nicht nur für meinen derzeitigen Klienten.

Eine Antwort

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  1. monika sagte, am November 2, 2008 zu 12:21

    logisch kommt die an die Krise bis hinunter zum allerkleinsten Mann /Frau /Betrieb

    darum bekomm ich doch einen irr dicken Hals, wenn ich lese, dass Banker mit dem Geld der Steuerzahler Dividenden auszahlen!

    da spricht keiner von Sozialschmarotzer – nein, da nicht.

    dass es für Unternehmer nie eine Alternative gibt, um MA zu entlassen ist auch logisch – diese Alternativlosigkeit haben sie meist selber erzeugt.

    wenn dann schlussendlich die Kaufkraft im totalen Minus ist geht die Spirale noch mehr nach unten,

    wunderbare Welt der Spekulanten … :(


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